Georg Büchner Schauspiel Woyzeck

...gen Georg Büchner ein Steckbrief erlassen worden. Die Lage spitzt sich zu, und er muss über die französische Grenze nach Straßburg fliehen. Noch in diesem Sommer übersetzt er zwei Dramen: Victor Hugos Lucretia Borgia und Maria Tudor. Im Herbst beschäftigt er sich mit der Novelle Lenz. Im Winter 1835 widmet er sich wieder der Wissenschaft. Er erforscht das Nervensystem der Fische und hält im folgenden Frühjahr mehrere Lesungen über dieses Thema an der Gesellschaft für Naturwissenschaft in Straßburg. In diesem Frühjahr entsteht auch sein Lustspiel Leonce und Lena, mit dem er an einem Wettbewerb des Verlags Cotta teilnehmen will. Er verpasst jedoch den Einsendeschluss und erhält das Manuskript ungelesen zurück. Aufgrund seiner Forschungen zum Nervensystem der Fische wird Georg Büchner zum Dr.phil. der Universität Zürich promoviert. Am 18. Oktober 1836 zieht er dorthin und hält im November erste Vorlesungen. In diesem Winter schreibt er an Woyzeck. Ungesichert, ob zu dieser Zeit auch ein weiteres Drama über den italienischen Publizisten Aretino entsteht. Das Manuskript ist verschollen. Am 2. Februar 1837 erkrankt Georg Büchner schwer an Typhus, woran er am 19. Februar verstirbt. Er wurde auf dem Zürcher Friedhof "Krautgarten" beigesetzt, der allerdings nicht mehr existiert. Büchner wurde umgebettet. 1.1.1.2. Werk Stüke Dantons Tod, 1835 (Tragödie) Leonce und Lena, 1836 (Lustspiel) Woyzeck, 1837 (fragmentarische Tragödie) Prosa Der Hessische Landbote, 1834 (politische Schrift) Lenz, 1835 (Erzählung) Lucretia Borgia, 1835 (Übersetzung des Dramas von Victor Hugo) Maria Tudor, 1835 (Übersetzung des Dramas von Victor Hugo) 1.1.2. Inhaltsangabe Das Stück zeigt Ausschnitte aus dem Leben des einfachen Soldaten Franz Woyzeck, der seine Freundin Marie und das gemeinsame uneheliche Kind so gut wie möglich unterstützt und sich dazu sogar bei einem inhumanen Wissenschaftler als Versuchsperson verdingt. Marie aber lässt sich mit einem Tambourmajor ein. Woyzecks aufkeimender Verdacht wird durch seine ihm nicht freundlich gesonnenen Mitmenschen geschürt, bis er Marie und den Nebenbuhler beim Tanz im Wirtshaus ertappt. Seine bereits vorhandenen Wahnvorstellungen wandeln sich nach der Niederlage gegen den ihm auch körperlich überlegenen Tambourmajor zu Tötungsphantasien. Schließlich ersteht er ein Messer, verteilt seinen Besitz und ersticht Marie. 1.1.3. Erläuterungen zum Werk 1.1.3.1. Hintergrund Nach dem heutigen Stand der Forschung reflektiert die Handlung des Woyzeck mindestens einen tatsächlichen Kriminalfall: Büchner kannte Gutachten aus untereinander vergleichbaren Strafprozessen und hat daraus, neben Details zum Tathergang, auch den Namen des Täters für sein Drama übernommen. Einige Details sind jedoch stark künstlerisch überarbeitet, besonders im Bezug auf den Mord selbst. 1.1.3.2. Aufbau Im Gegensatz zu der Struktur des geschlossenen Dramas nach der Dramentheorie von Aristoteles (z.B. Maria Stuart, Schiller) zählt Woyzeck zu den offenen Dramen. Dieses bedeutet eine lose Aneinanderreihung der einzelnen Szenen, also keine inhaltliche oder zeitliche Abhängigkeit dieser untereinander. Weiter sind, im Gegensatz zur geschlossenen Dramenform, Einstieg und Ende des Dramas unvermittelt und die Struktur der 5 Akte existiert nicht. !!!!1.2. Übersetzung Wie aus dem Vorwort der Übersetzung hervorgeht, hat dieses Werk schon dreimal im Persischen rezipiert. Zum ersten Mal wurde Wozyeck 1972 übersetzt. Die erste Übersetzung war aber, nach dem Wort des dritten Übersetzer, dessen Übersetzung wir hier behandeln, sehr fehierhaft und entstellt. daher wurde das Stuck 1975 zum zweiten Mal übersetzt. Diese Übersetzung wies zwar im Vergleich zu der ersten weniger Fehler auf, sie wurde aber hochsprachlich formuliert, während das Original von der Sprachebene her umgangssprachlich war. Der dritte Übersetzer hat versucht, die Lücke und Fehler der ersten sowie zweiten Übersetzung zu beheben. Ehrlich muß ich aber sagen, dass die dritte Übersetzung sein Ziel verfehlt hat: Es gibt viele Fehlübersetzungen sowie unberechtigte Auslassungen und Hinzufügungen. Manche Textstelle wurden sogar falsch interpretiert. Einige Teile verraten uns, daß der Übersetzer die Bedeutung mancher Wörter gar nicht gewußt hatte. Noch schlimmer ist die Übersetzung der Lieder. Der Übersetzer hat versucht, sie in Gedichtform zu übertragen. Dabei hat er aber manche Teile falsch übersetzt, manche ausgelassen, und an manchen Stellen em paar Wörter hinzugefügt! Trotzallerdem hat die Übersetzung einen Vorteil: Die Sprache der Übersetzung kommt dem Original näher. Auffalend ist auch, dass die Übersetzung aus 15 Kapitein besteht, während das Original, wie gesagt, 14 Kapitel hat! Es scheint aber nicht, dass der Übersetzer ein Kapitel von sich selbst erfunden hat, sondern kann man sagen, dass das fehlende Kapitel aus unbestimmten Gründen in Druck aus dem Original ausgelassen worden ist. Was der Name des Übersetzers betrifft, scheint er ein Deckname zu sein. Da dieses Buch erst ein Jahr nach dem islamischen Revolution in Iran erschienen ist, ist dies ganz nachvollziehbar. 2.1. Entsprechungstypen und Übersetzungsverfahren Äquivalenz ist ein umstrittener Begriff, der im allgemeinen die Beziehung zwischen Original und der Übersetzung darstellt. Werner Koller unterscheidet fünf Arten von Äquivalenzbeziehung: 2.1.1. Denotative Äquvalenz Der außersprachliche Sachverhalt, der in einem Text vermittelt wird, nennt man denotative Äquivalenz. Zentraler Gegenstandsbereich bei der Beschreibung dieser Art von Äquivalenz ist die Lexik. Vom Übersetzungsstandpunkt, aus kann denotative Äquivalenz prinzipiell mittels kominentierender Übersetzungsverfahren erreicht werden. Im lexikalischen Bereich lassen sich fünf Entsprechungstypen unterscheiden: Eins-zu-Eins-, Eins-zu-Viele-, Viele-zu-Eins-, Eins-zu-Null- und Eins-zu-Teil- Entsprechungen. - Die Eins-zu-eins-Entsprechung: Hier treten Übersetzungsschwierigkeiten auf, wenn in der ZS !!!synonymische Varianten gegeben sind: eng. Car!!!!dt. Auto/ Wagen. Als Übersetzungsverfahren bietet sich hier die Wiedergabe des Oberbegriffe an, oder es wird auf einen anderen Sammelbegriff ausgewichen. - Die Viele-zu-eins-Entsprechung: Bei der Übersetzung kann die in der ZS-Entsprechung neutralisierte Differenzierung durch adjektivische und Genitiv-Attribute, Zusammensetzungen, adverbiale Zusätze etc. Ausgedruckt werden. - Die Eins-zu-Null-Entsprechung: Bei den 1:0-Entsprechungen handelt es sich um echte Lücken im lexikalischen System der ZS. Der Übersetzer hat die Aufgabe, diese Lücke zu schließen. Dazu bieten sich folgende fünf Übersetzungsverfahren an: 1.Übernahme des AS-Ausdrucks in die ZS: a) als Fremdwort b) als Lehnwort 2. Lehnübersetzung 3.Verwendung eines in der ZS bereits in ähnlicher Bedeutung vorhandenen Ausdruck 4. Der Ausdruck wird in der ZS umschrieben, komrnentiert oder definiert (definitorische Umschreibung) 5.Adaption als Ersetzung des mit einem AS-Ausdruck erfaßten Sachverhalts durch einen Sachverhalt, der im kommnikativen Zusammenhang der ZS eine vergleichbare Funktion hat. - Die Eins-zu-Teil-Entsprechung: Klassisches Beispiel für 1:1-Entsrechungen sind die Farbbezeichnungen verschiedener Sprachen, in denen das Farbenspektrurn auf mehr oder weniger stark differenzierte Weise segmentiert wird. Als Übersetzungsverfahren kommen in diesen Fällen nur noch kommentierende Verfahren in Frage. 2.1.2. Konnotative Äquivalenz Neben der denotativen Bedeutung werden mit sprachlichen Ausdrücken auch zusätzliche konnotative Werte vermittelt, die sich als Folge der Heterogenität der Einzelsprachen ergeben. Die konnotative Dimension der sprachlichen Ausdrücke rührt davon her, dass sich diese in der Frequenz, der stilistischen Wirkung, dem Anwendungsbereich sowie hinsichtlich der Benutzergruppen voneinander unterscheiden. Die Herstellung einer konnotativen Äquivalenz verlangt, dass der Übersetzer die konnotativen Dimensionen und Werte sowohl in der AS als auch in der ZS gut kennt, damit er für einen AS-Ausdruck einen Ausdruck in der ZS finden kann, der die gleiche oder zumindest die ähnliche Konnotationdimension aufweist. 2.1.3. Textnormative Äquivalenz Für die Verfassung bestimmter Textsorten wie Vertragstexte, Geschäftsbriefe, Gebrauchsanweisungen etc. Gibt es in jeder Sprache spezifischen Vertextungsnormen und konventionen, die die Auswahl und Verwendungsweise sprachlicher Mittel im syntaktischen und lexikalischen Bereich bestimmen. Um eine textnormative Äquivalenz herstellen zu können, muss der Übersetzer den AS-Text gemäß der in der ZS geltenden Textnormen ändern. 2.1.4. Pragmatische Äquivalenz Pragmatische Äquivalenz herstellen heißt die Übersetzung auf die Leser in der ZS einstellen. Was Eingriffe in dem AS-Text unerlässlich macht, sind die unterschiedlichen Rezeptionsbedingungen für AS- und ZS-Text. Für den Übersetzer stellt sich in diesem Zusammenhang immer wieder die Frage, wie weit er in den Text eingreifen darf und soll, wenn er ihn auf den ZS-Empfanger einstellt. Zu den Eingriffen, die im Dienst der Vermittlung impliziter ausgangstextueller Werte oder im Interesse der Textverständlichkeit für den ZS-Leser stehen sollen, gehören Zusätze als Resultat kommentierender Übersetzungsverfahren (hinzufügung, Fußnotenanmerkung oder aber Auslassung). 2.1.5. Formal-ästhetische Äquivalenz Herstellung formal-ästhetischer Äquivalenz im Zieltext bedeutet Analogie der Gestaltung in der Übersetzung. Die Forderung gilt in erster Linie für literarische Werke. Lexik, Syntax, Stil und Aufbau werden so realisiert, dass sie eine dem expressiven Individualcharakter des AS-Textes analog ästhetische Wirkung in der ZS erzielen können. 2.2. Übersetzungskritik Die Übersetzungskritik war lange von der Übersetzungswissenschaft vernachläßigt und fand vor allem in den Literaturbeilagen der Zeitungen statt. Die übersetzungskritische Äußerungen waren meist personliche Meinungen, die von der Werturteile der Kritiker bestimmt worden waren, z.B. ,,Die Übersetzung ist stilistisch gelungen.” Erst in den 7Oer Jahren hat die Übersetzungswissenschaft begonnen, sich verstärkt mit Aufgaben und Zielen der Übersetzungskritik zu beschäftigen. Laut Katharina Reiß hat die Übersetzungskritik insgesamt drei Funktionen zu erfüllen: Zum einen soll sie dazu beitragen, die Qualität von Übersetzungsleistungen in unserer Gesellschaft zu verbessern; zum anderen das Verlangen nach besseren Übersetzungen in der Öffentlichkeit wecken: und drittens - nicht zuletzt in der Übersetzerausbildung - das Sprachbewußtsein schärfen und den sprachlichen sowie außersprachlichen Horizont erweitern. 1 !!!!1 Snell-Hornby, Mary; Hönig, Hans G.; Kußmal, Paul; Schmitt, Peter A.: Handbuch Translation, S. 373 Stauffenburg Verlag, 1998 Ziel der Übersetzungskritik sollte dabei ,,die Fesstellung, Beschreibung und Bewertung der angebotenen Übersetzunslösungen in einem Zieltext (ZT) und dies nicht rein subjektiv, sondern argumentativ und allgemein verständlich sein. Um dies zu erreichen, bedarf es eines übersetzungstheoretischen Rahmens. Aufgrund der vielfältigen theoretischen Ausrichtungen in der Übersetzungswissenschaft gibt es auch eine Reihe unterschiedlicher übersetzungskritischer Modelle, die mit jeweils verschiedenen Mittein versuchen, sachgerechte Kriterien für die Beurteilung von Übersetzungen zu entwickeln. 2.2.1. Das übersetzungskritisches Modell von Reiß (Der texttypologische Ansatz) Katharina Reiß (1971) wahlt als Ausgangspunkt für ihr Modell die Differenzierung von Texten nach ihr dominanten kommunikativen Funktion. Ausgehend von Bühlers (1934) Unterscheidung der drei Sprachfunktion Darstellung, Ausdruck, Appell entwickelt Reiß eine überstzungsrelevante Texttypologie. Der Texttyp bestimmt dabei Methode des Übersetzens und die Rangfolge des in der Zielsprache (ZS) zu Bewahrenden und stellt die erste Kategorie der Übersetzungskritik dar: Bei inhaltsbetonten Texten erwartet der Kritiker vor allem die Bewahrung der infomativen Elemente, bei formbetonten Texten die Analogie der Form und die appelibetonten Texten die Identität des außersprachlichen Effekts. Die zweite übersetzungskritische Kategorie bilden laut Reiß die innersprachlichen Instruktionen. Diese umfassen die semantischen, lexikalischen, grammatischen und stilistischen Merkmale des Ausgangstextes und ihre Äquivalente im ZT. Ihre Bewertung durch den Kritiker erfolgt dabei unter verschiedenen Gesichtpunkten: In Bezug auf diese innersprachlichen Instruktion untersucht nun der Kritiker bei den semantischen Elementen die Äquivaleriz, bei den lexikalischen die Adäquatheit, bei den grammatikalischen die Korrektheit und bei den stilistischen die Korrespondenz. Die innersprachlichen Faktoren sind allerdings keine eigenständigen Größen, ihre Bedeutung für die Übersetzungskritik hängt zunächst vom jeweiligen Texttyp ab. Zu den Fehlern im Breich der semantischen Insruktion zählt Reiß die Verkenung von Polysemien oder Homonymien, mangelnde Deckungsgleichheit zwischen ausgangs- und zielsprachlichen Übersetzungseinheiten, Falschinterpretationen und Änderungen am Original. Bei den lexikalischen Instruktionen geht es um Problerne der Fachterminologien, Faux amis, Homonyme, Namen, Methaphern usw. Im Bereich der grammatischen Instruktion wird die Übersetzung der grammatischen Strukturen in der Ausgangssprache im Hinblick auf ihre semantisch und stilistisch relevanten Aspekte hin untersucht. Zu den stilistischen Instruktionen schließlich zählen vor allem die Faktoren Normal-, Individual - und Zeitstil sowie Stilmischungen und - brüdche etc. Als dritte übersetzungskritische Kategorie sind schließlich die außerssprachlichen Determinanten in ihrer unterschiedlichen Auswirkung auf die sprachliche Gestaltung zu beachten. Zu dieser pragmatischen Dimension des Textes gehört zunächst der engere Situationsbezug. Damit ist jene außersprachliche Situation gemeint, in der z....

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